Weiterführende Therapien

Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept ist heute unbestritten das erfolgreichste und anerkannteste Pflege- und Therapiekonzept zur Rehabilitation von Patienten mit Schlaganfällen und anderen Erkrankungen des Zentralnervensystems. Es wurde seit den 40er Jahren von der Krankengymnastin Berta Bobath und Ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Karl Bobath entwickelt. Seither wurde es weltweit kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Bobath-Konzept basiert auf der lebenslangen Fähigkeit des Nervensystems, sich Reizen durch Strukturänderung anzupassen (Plastizität des Nervensystems, Neuroplastizität). Durch spezielle Arten der Lagerung, der Bewegung des Patienten innerhalb und außerhalb des Bettes (Handling) und der Anleitung bei allen Lebensaktivitäten (AEDL, ATL) wie z. B. Körperpflege, Essen und Trinken und An- und Auskleiden, wird diese Lernfähigkeit im Alltag des Betroffenen ausgenutzt. Dem Nervensystem werden wiederholt richtige Lernangebote als Stimulation entgegengebracht. Der Alltag des Betroffenen wird so zur Therapie.

Arbeitsprinzipien des Bobath-Konzeptes sind die Erarbeitung eines angepassten Muskeltonus, die Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe und die Verbesserung der Körper-Wahrnehmung

Die Hauptelemente:

  • Wahrnehmungsförderung
  • Normalisierung des Muskeltonus, insbesondere Hemmung der Spastik
  • Hemmung von pathologischen Bewegungsmustern und
  • Anbahnung von physiologischen Bewegungen

Basale Stimulation

Die basale Stimulation ist ein Konzept, das von Professor Dr. Andreas Fröhlich entwickelt wurde. Gemeinsam mit C. Bienstein wurde dieses Konzept in den 80er Jahren in die Erwachsenenpflege übertragen und etabliert sich mittlerweile in vielen Bereichen der Pflege.

Professor Fröhlich hat in den 70er Jahren ein neues Konzept zur Förderung schwerstbehinderter Kinder entwickelt, da die damalige Versorgung dieser Kinder unbefriedigend war. Er war der tiefen Überzeugung, dass auch schwerstbehinderte Kinder erlebnis- und wahrnehmungsfähig sind und dass auch sie über psychosoziale Kompetenzen verfügen, auch wenn Außenstehende dies kaum registrieren können.

Basale Stimulation umfasst: Somatische Stimulation, basal stimulierende Ganzkörperwäsche (beruhigend oder belebend), Massagen, vibratorische Stimulation, vestibuläre Stimulation, orale Stimulation, auditive Stimulation, visuelle Stimulation und taktil- kinästhetische Stimulation.


Anwendung ätherischer Öle

Seit rund fünf Jahrtausenden ist bekannt, dass ätherische Öle nicht nur angenehme Düfte verbreiten, sondern auch bei Krankheiten helfen. Schon die alten Ägypter nutzten die Aromatherapie, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu fördern.

Aromen sind hochwirksame Essenzen, 100% naturreine Öle, welche auf Körper und Psyche wirken. Die 10 Mio. Riechzellen tasten die Inspirationsluft nach Duftbotschaften ab. Die Sinneszellen nehmen Duftreize auf und leiten sie über die Nervenfasern zum Riechkolben. Die Reizleitung erfolgt ohne Zensurierung von Zellen des Großhirns direkt in das limbische System. Dieses ist verantwortlich für alles was sich dem bewussten Willen entzieht (Herzschlag, Verdauung, Körpertemperatur, Schweiß, Schlaf, Gefühle). Durch die direkte Verbindung in diesen Teil des Großhirns können diese genannten Funktionen mit ätherischen Ölen beeinflusst werden.


F.O.T.T.

Die F.O.T.T. - "Facial Oral Tract Therapy" wurde von der englischen Sprachtherapeutin Kay Coombes in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Bobath entwickelt. F.O.T.T. hat seine Wurzeln in der Behandlung von PatientInnen mit erworbenen Hirnschädigungen und verfolgt das Ziel, PatientInnen zu möglichst normaler, physiologischer Haltung, Bewegung und Funktion innerhalb täglicher Handlungsabläufe zu verhelfen.

Die F.O.T.T. beinhaltet vier Aspekte:

  • Nahrungsaufnahme: Ziel ist die Wiederentwicklung der vollständigen oralen Nahrungsaufnahme
  • Mundhygiene: Ziel ist die Verbesserung der Sensibilität des Mundes und der Beweglichkeit der Zunge
  • Nonverbale Kommunikation (Mimik, Gestik): Ziel ist das Ermöglichen nonverbaler Kommunikation
  • Atmung, Stimme, Sprechen: Hilfestellung zur Ton- und Lautbildung, Schutz der Atmung durch effektives Husten und Räuspern, Verbesserung der Atem/ Schluck und Atem/ Sprechkoordination

Kinästhetik

Die Kinästhetik (kinesis = Bewegung, aisthesis = Empfindung/Wahrnehmung) ist ein Bewegungskonzept, das die Handlungs- und Bewegungsfähigkeit der Pflegeperson entwickelt, damit sie den Patienten zur gezielten Bewegung und Organisation seines Körpers führen kann.

Grundprinzipien:

  • Gezielter Einsatz des Körpergewichtes des Patienten
  • Rücken und gelenkschonendes Bewegen des Helfers, um das Bewegen des Patienten zu erleichtern Ziele:
  • Körperbewusstsein erlernen
  • Ökonomischer Umgang mit dem eigenen Körper Bewegungen und Befördern mit wenig Kraftaufwand ohne Anstrengung
  • Vermeiden von Schäden bei Patient und Pflegenden
  • Selbstwahrnehmung des Patienten verbessern
  • Nonverbale Kommunikation verbessern
  • Schmerz und Hilflosigkeit mindern

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