Tracheostoma

Die Tracheotomie ist ein sinnvolles Verfahren bei Langzeitbeatmung, um die Inzidenz von Kehlkopfschäden zu verringern, das Weaning durch Totraum-Verkleinerung zu beschleunigen und die Pflege des Patienten zu erleichtern. Den Vorgang, bei dem eine künstliche Öffnung der Trachea, das Tracheostoma, geschaffen wird, nennt man Tracheotomie.

  • Chirurgische "konventionelle" Tracheostomie: operativer Zugang zur Trachea. Die Schnittführung läuft hierbei H- oder U-förmig. Dadurch entstehen ein bzw. zwei Tracheallappen, welche direkt unter der Haut des Patienten vernäht werden. Durch diesen Eingriff entsteht ein relativ stabiles Tracheostoma, welches sich nicht von allein verschließen kann. Der Trachealkanülenwechsel gestaltet sich hier meist unproblematisch. Im Bedarfsfall muss dieses Tracheostoma durch einen chirurgischen Eingriff verschlossen werden.
  • Dilatative Tracheotomie (verschiedene Techniken: Ciaglia, Fantoni, Frova): percutane Punktion des Halses und der Trachea. Bei dieser Technik werden die Tracheallappen nicht mit der Haut vernäht, sondern die Öffnung mit Hilfe von Dilatatoren aufgedehnt (bougiert). Das so entstandene Tracheostoma kann beim Trachealkanülenwechsel kollabieren. Daher sind entsprechende Notfallinstrumente vorzuhalten. („Tracheotomie – Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige, Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte“ – www. schulz-kirchner.de) 

Arten von Trachealkanülen

Silberkanüle

  • Silber ist ein stabiles schleimhautverträgliches Material
  • mit antibakterieller Wirkung,
  • kann gereinigt, desinfiziert und sterilisiert werden
  • besitzt glatte Windung, an der das Sekret schlecht haftet
  • wird als normale und als Phonationskanüle angeboten
  • nur ohne Cuff verfügbar 

Phonationskanüle

  • gefensterte Kanüle,
  • Luft kann bei der Exspiration durch die Kanüle und durch die Siebung direkt zum Kehlkopf strömen
  • Durch Aufsatz eines Sprechventils (es öffnet sich bei der Inspiration und verschließt sich bei Expiration) wird die Ausatemluft an der entblockten Trachealkanüle vorbei und durch die Fensterung durch die Stimmbänder/Stimmritze im Kehlkopf gelenkt und kann dort für die Phonation genutzt werden. (Portex blue line / Rüsch tracheoflex short / Tracoe twist) 

Sprechventil

  • Aufsatz für Trachealkanülen – ermöglicht dem Patienten das Sprechen. Das Ventil öffnet sich beim Einatmen, beim Ausatmen verschließt sich das Ventil.
  • Die Luft strömt so am entblockten Cuff vorbei über die Stimmritze und ermöglicht so die Phonation. (Portex blue line mit passy muir / Rüsch Tracheoflex short mit Sprechventil)

Kunststoffkanüle ohne Cuff

Einsatz bei spontan atmenden Patienten, die langfristig ein Tracheostoma benötigen (Rüsch Tracheofix / Tracoe twist) 

Kunststoffkanüle mit Cuff

Einsatz bei beatmeten Patienten oder bei erhöhter Aspirationsgefahr, auch mit Phonationsfenster (Rüsch Tracheofix).

Cuff

Aufblasbare Manschette am unteren Ende einer Kanüle, zur Abdichtung zwischen Kanüle und Trachealwand. Aspirationsvermeidung, effektive Beatmung (Rüsch Tracheoflex short)

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